Born to be wild

#002 – Wheels

'Born To Be Wild!' Die traditionelle Motorradtour des Radiosenders Gong 97.1 geht am kommenden Sonntag, 19.08.18 schon zum achten Mal an den Start.

Am Anfang stand ein Skiwochenende im Februar 2011. Auf den Vorschlag eines Hörers beschloss Gong-Programmchef Guido Seibelt, von zwei Brettern auf zwei Räder umzusteigen. Fünf Monate später hatte Guido Seibelt seinen Motorradführerschein in der Tasche. Der ersten 'Born To Be Wild'-Ausfahrt im September 2011 stand nichts mehr im Wege.
GM / Guido, was erwartet die Biker am 19. August bezüglich Strecke und Programm?

GUIDO / Die Strecke ist abwechslungsreich und für absolut alle Teilnehmer nicht nur machbar, sondern ein Genuss. Bei der Probefahrt bin ich jedenfalls bei guter Landluft durch eine wunderschöne Landschaft gefahren. Wie in den Vorjahren perfekt ausgesucht und erstellt von unseren Road Captains vom H.O.G. Chapter Nürnberg. Ortsmarken sind Pyrbaum, Freystadt, Greding und schließlich die Landbrauerei in Pyras, die uns einen perfekten Rahmen mit Livemusik bietet.

BIKERS FOR
PEACE

Die genaue Route wird erst nach der Ausfahrt veröffentlicht, ein wenig Überraschung soll ja dabei sein. Ein Highlight gibt es jedoch gleich zu Beginn, denn wir werden im Innenhof der Kongresshalle mit allen Bikern und ihren Maschinen ein gemeinsames Zeichen setzen, indem wir alle zum größten Peace-Zeichen in Position bringen unter dem Motto: Bikers for Peace! Treffpunkt ist um 08:30 Uhr morgens.

GM / Und auch am Sonntag fahrt Ihr wieder unter dem Motto 'Der Alltag sieht uns von hinten'.

GUIDO / Ja, das Motto steht für den Geist des Events. Ein fantastischer Tag unter Gleichgesinnten. Einfach gut unterhalten, Maschinen schauen und relaxed durch die Landschaft cruisen. Während sich die Gedanken im Kopf ordnen und aufs Wesentliche reduzieren, einfach sein und erleben, im wahrsten Sinne des Wortes. Umgangssprachlich würden viele wohl 'runterkommen' sagen.
GM / Wie hat sich der Event seit der ersten Ausgabe entwickelt? Wie haben sich die Teilnehmerzahlen, das Programm und die Mitfahrer entwickelt?

GUIDO / Prächtig. Die Zahl der Bikerinnen und Biker ist in einem gesunden Maß gewachsen: von 180 Teilnehmern in 2011 auf rund 1.000 in 2017. Wir freuen uns in jedem Jahr über alle, die neu dazu kommen und sich entscheiden, einen coolen Tag mit anderen Motorradfans zu verbringen. Uns geht es primär um Qualität statt Quantität. Das Schöne ist ja, dass man jedes Mal noch Punkte findet, die optimiert werden können, was auch teilweise ein Abspecken des Programms sein kann. Der gesamte Event ist inzwischen sehr komplex aufgebaut, wir lernen stetig dazu und wir haben Bock auf mehr!
Der Status Quo gefällt uns sehr gut und inzwischen gibt es echte Geschichten und Legenden wie die Phantomausfahrt 2014, als uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Oder 2016, als die Gruppe kurzzeitig getrennt wurde und trotzdem alle ankamen.

EIN
FANTASTISCHER
TAG

GM / 'Born To Be Wild' gab´s ja vor gar nicht allzu langer Zeit auch außerhalb Bayerns beziehungsweise Deutschlands – wo ward Ihr unterwegs?

GUIDO / Oh ja, das war eine heiße Tour. Ein echtes und unvergessliches Abenteuer auf Sardinien, wobei der Weg runter auf Achse für sich schon ein Buch wert wäre. Das heißt, wir sind in Nürnberg gestartet und bis Livorno zur Fähre gefahren, inklusive eiskaltem Jaufenpass, einer Nacht in Meran und schließlich der nassen Berge der Emilia Romagna. Relativ schnell hatte ich meine Grenzen erreicht.
Und von da ab hieß es lernen, massiv konzentrieren, zuschauen, denken, lernen und immer so weiter. Dann eine Woche auf der Insel der tausend Kurven, wobei es Millionen wohl besser trifft. Sardinien ist echt ein Traum und danach weißt Du, was du gemacht hast. Im positiven Sinne. Alles war sehr intensiv, jeder Kilometer. Die Reise wurde im Rahmen unserer Ausfahrt 2017 von unserem Partner Sarda Moto Tours – Vollprofis in Sachen Sardinien – angeboten. Zu einem speziellen 'Born To Be Wild'-Tarif. Ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte und das ist sehr umfassend gemeint. Perfekte Organisation, viel gelernt, eine brutal schöne Insel gesehen und vor allem großartige, verständnisvolle Menschen kennengelernt, von denen ich viel abschauen konnte... und durfte.
GM / Zeit für Klischees: Fahren da ausschließlich schwere Jungs mit großen Tattoos und kleinen Manieren mit?

GUIDO / Wie Du sagst: Klischees! Das würde ja bedeuten, dass alle leichten Jungs große Manieren hätten. Und kleine oder keine Tattoos tragen. Aber im Ernst. Bisher gab es noch nie Ausfälle, was auch den Sinn der Ausfahrt wiedergibt. Der Zusammenhalt ist groß und spürbar: it´s magic! Jeder hilft edem – Biker halt, und die kommen aus allen Teilen der Gesellschaft, aus allen Altersklassen. Mit den eigenen Hintergründen und Lebensgeschichten, mit den verschiedensten Fabrikaten – genau das macht es aus. Wir lassen mal alles hinter uns.
GM / Wie reagieren die Behörden auf hunderte Motorradfahrer im Konvoi?

GUIDO / Das ist ein großer Teil der Organisation und bedarf einer frühzeitigen Vorbereitung. Die Veranstaltung sowie der Streckenverlauf bedürfen im Vorfeld einer Genehmigung. Wir sind aber nie auf Ablehnung gestoßen und konnten uns über Unterstützung freuen. Das Verhältnis ist sehr gut.
GM / Du selbst fährst ja die absolute Kultmarke: Harley Davidson. Welches Modell fährst Du und warum ist Harley Deiner Meinung nach die Göttin unter den Motorrädern?

GUIDO / Also die Story ist so: 2012 hat mein Körper die Notbremse gezogen und mich für eine Auszeit ins Krankenhaus gezwungen. 

HARLEY
RHYTHM

Als ich den Professor gefragt habe, ob ich bedenkenlos Motorrad fahren kann, sagte der: 'Klar, aber kaufen Sie sich eine Harley, die hat den richtigen Rhythmus für Sie.' Und so geschah es. Seitdem fahre ich eine Harley Davidson Fat Bob und fühle mich sehr wohl darauf. Weil ich weiß, dass sie sonst beleidigt in der Garage steht, möchte ich die Vorgängerin, mein erstes Motorrad, nicht unerwähnt lassen: eine Kawasaki Z-750, Baujahr 1980. Zwischen 2010 bis 2012 war sie meine Königin und mit Sicherheit werden wir zusammen noch die ein oder andere Tour fahren. Grundsätzlich denke ich, jeder hat seine eigene Göttin und das zu Recht. Irgendwann möchte ich für längere Zeit Richtung Orient verschwinden und spätestens dann werde ich den Sattel mal wechseln müssen.
Ob Harley, Honda oder Ducati - alle Motorradfans sind herzlich eingeladen! Los geht´s am Sonntag, 19. August ab 08:30 Uhr im Hof der Kongresshalle Nürnberg. Gute Fahrt!
 
 

GET
RIDING!

 
 
Marc Wirtz
 
08.2018