Immer ein Ass
im Ärmel:
Aleks Abutovic

#002 – Timeout

Ob als Fußballprofi, Pokerspieler oder Barcelona-Insider: Aleksandar Abutovic ist immer für eine Überraschung gut. Davon profitieren mittlerweile vor allem seine Gäste in der katalanischen Hauptstadt.

Aleks ist vor sieben Jahren nach Barcelona gezogen. Seither nutzt er zusammen mit Ehefrau Nathalie jede freie Minute, um die geheimen, magischen und sehenswerten Orte jenseits des Massentourismus zu entdecken. Und wenn er nicht gerade für unvergessliche Barcelona-Momente sorgt, dann zieht es Aleks in seine Wahlheimat Nürnberg zu seinem Sohn Joshua.
GM / Aleks, Du bist gerade zu Besuch in Nürnberg. Wirst Du als ehemaliger Club-Profi nach wie vor auf der Straße erkannt?

ALEKS / Auf der Straße werde ich weniger erkannt. Letztens war ich aber mal wieder in einem Nürnberger Café zum Fußball schauen. Und da wurde ich dann gleich von Leuten meines Alters angesprochen, ob ich nicht 'der vom Club' sei. Da wird dann gerne mal über alte Zeiten geredet.

EIN
SUPER
TYP

GM / Nach einigen Stationen als Spieler und Trainer bei verschiedenen bayerischen Fußballclubs hast Du den Ball gegen Spielkarten eingetauscht. Vom Hattrick zum Royal Flush. In Barcelona warst Du auch als Pokerspieler recht erfolgreich. Welchen ultimativen Tipp gibst Du uns Hobby-Zockern für die nächste Partie Poker?

ALEKS / Hm, da habe ich einen ganz besonders guten Tipp: Wenn Ihr mal eine richtig böse Erkältung habt und das Haus nicht verlassen könnt, dann nehmt Euch ein paar Bücher zum Thema Poker zur Hand und macht Euch schlau. Im Casino solltet Ihr schauen, dass Ihr Euch am Tisch richtig wohlfühlt. Sobald Ihr vorne seid: Aufstehen und das gewonnen Geld in gutes Essen und Wein investieren!

GM / Barcelona – Heimat des ruhmreichen FC! Schaust Du Dir gelegentlich Spiele im legendären Stadion Camp Nou an? Und bist Du Stars wie Messi oder Neymar schon mal persönlich begegnet?

ALEKS / Wenn mal Freunde kommen, gehe ich ab und zu mit ins Stadion. Aber alleine weniger. Dazu habe ich schon zu viele Spiele gesehen. Mit Neymar habe ich tatsächlich schon öfters gespielt. Er ist nicht nur ein begnadeter Fußballer, sondern auch ein leidenschaftlicher und sehr guter Pokerspieler. Und: ein super Typ!
GM / Als exklusiver Guide zeigst Du Deinen Gästen die eher unbekannten Seiten Barcelonas. Wie hast Du die Stadt in den letzten sieben Jahren erkundet?

ALEKS / Die City erkundige ich heute noch genauso wie vor sieben Jahren: zu Fuß oder mit dem Motorrad. Es gibt jede Woche etwas Neues zu entdecken, zum Beispiel in der Gastronomie. Jede Woche eröffnen Lokale, die kurze Zeit später wieder schließen. Ich bin wirklich viel unterwegs, deswegen kenne ich auch die kleinen Gassen und Plätze außerhalb des Zentrums.

GM / Wie würdest Du die Katalanen mit Stärken und Schwächen charakterisieren? Die Menschen, die Du täglich am Briefkasten, im Supermarkt oder an der Bar triffst.

ALEKS / Die Katalanen sind ein sehr stolzes Volk und reden am liebsten über die Unabhängigkeit. Und das meistens sehr laut. Aber sie sind sehr nett, hilfsbereit und freuen sich, wenn man versucht, ihre Sprache zu sprechen.

GM / Die oberste Maxime Deines Services ist die Einzigartigkeit des jeweiligen Barcelona-Erlebnisses. Worauf legst Du bei Deinen Touren noch besonderen Wert?
ALEKS / Ich mag keine Abzocke. Ich denke, dass meine Stärke als Cityguide im Verhältnis zu den Menschen hier liegt. Das einfachste Beispiel ist auch hier die Gastronomie. Ich verstehe mich mit allen Chefs, Kellnern und Köchen sehr gut, wir sind immer super herzlich willkommen und sie freuen sich von Herzen, wenn es uns schmeckt und wir glücklich sind. Perfekte Qualität zu normalen Preisen wie in Nürnberg – da lege ich meine Hand ins Feuer.

VON
HERZEN
GUT

GM / Ständig am Puls der Stadt zu sein, lässt auf ein großes Netzwerk schließen. Woher bekommst Du die Tipps für neue Shops, Bars, Restaurants und Clubs?

ALEKS / Die Tipps bekomme ich meistens von den Chefs oder Chefköchen der Restaurants, die ich besuche. Die sagen mir, wo was neues aufgemacht hat oder was gerade in ist. Aber meine beste Quelle ist mein schweizer Kumpel Serge Thorn, ein sehr guter Hobbyfotograf, der eigentlich in Genf lebt. Zusammen mit seiner Frau kommt er sehr oft nach Barcelona. Kaum sind die beiden mal für eine Woche in der Stadt, werden umgehend drei bis vier neue Restaurants und Lokale getestet und fotografiert. Wenn ich Zeit habe, schließe ich mich natürlich immer gerne an. Ein Freund und Blogger – ein absoluter Glücksgriff für mich und mein Business.

GM / Jeder Tourist hat seine ganz eigenen Erwartungen an einen City-Trip. Das frisch verliebte Pärchen hat sicherlich andere Präferenzen als eine vierköpfige Gruppe Studenten. Wie stellst Du die individuellen Programmpunkte der Touren zusammen?
 
ALEKS / Zunächst bespreche ich mit den Gästen im Vorfeld, was jeder gerne haben beziehungsweise in seinem Traumurlaub sehen und erleben möchte. Je nach Budget stelle ich dann die Touren zusammen. Das junge Paar will meistens schick Essen gehen, nicht zu teuer, und danach in einen Club oder eine Rooftopbar mit DJ. Das ältere Paar bevorzugt meist ein authentisch-katalanisches Restaurant mit anschließendem Besuch eines Jazzclubs oder einer kleinen Weinbar mit Live-Musik. Jeder nach seinem Geschmack. Und da hat Barcelona sooooo viel zu bieten – man muss nur wissen wo!

GM / Übernimmst Du für Deine Klientel schon mal den Part des Fitnesstrainers?

ALEKS / Den Part des Fitnesstrainer übernehme ich im Moment nur für Freunde oder meinen Sohn. Aber ich würde es sehr gerne ins Programm nehmen, weil Bewegung bei all dem guten Essen in Barcelona definitiv Sinn macht.
GM / Leider kann man auch in Barcelona mal in Schwierigkeiten kommen. Wie sieht es mit der Sicherheit in Barcelona aus?

ALEKS / Die Polizei hier ist absolut klasse. Ich habe in den sieben Jahren hier nicht einen einzigen Überfall oder eine Schlägerei mitbekommen. Klar, Taschendiebe gibt es hier genauso wie in anderen Metropolen. Da werden dann ab und zu mal Handys oder Brieftaschen geklaut. Zum Beispiel in der Metro, wenn die Touristen mit offenen Taschen rumrennen. Aber, wie gesagt: Die Polizei legt sehr viel Wert auf die Sicherheit der Touristen. Und mir ist auch noch nie etwas passiert.
GM / Wie steht es um die Auswahl der perfekt passenden Unterkunft?

ALEKS / Beim Thema Unterkunft ist es in Barcelona sehr sehr wichtig, den richtigen Stadtteil zu wählen. Es sollte sauber und ruhig sind. Und nicht so weit vom Strand und der City entfernt. Leider bezeichnen beinahe alle Hotels ihre Lage als 'City-nah'. Das ist meist nicht ganz richtig, weil die City sehr groß ist. Zum Beispiel liegt das Stadion Camp Nou auch in der City – allerdings dauert eine Fahrt mit dem Taxi vom Stadion zum Strand rund 20 Minuten. Selbstverständlich habe ich auch bei der Suche nach dem richtigen Hotel den passenden Tipp.
GM / Keine Frage: Bei allem Spaß bedeuten Deine Exklusiv-Touren immer auch Arbeit. Gibt es Touren mit Alleinreisenden, Pärchen oder Gruppen, an die Du Dich besonders gerne erinnerst? Welche Tour hat Dir selbst die Sprache verschlagen?

ALEKS / Ganz ehrlich: Die Touren sind auch für mich eigentlich immer ein Riesenspaß. Es entstehen immer Freundschaften und die Leute kommen meist sehr gerne wieder.

UNZÄHLIGE
GIN
TONICS

Eine der lustigsten Touren hatte ich im Februar mit fünf Männern aus Weiden. Das war der Hammer! Los ging es am Sonntag mit Restaurant und Rooftopbar. Da war klar: Die nächsten Tage ziehen wir gemeinsam durch. Am Montag gab es dann das ausgiebige Kulturprogramm mit anschließendem Besuch in einem meiner Stammrestaurants. Den Jungs hat es scheinbar geschmeckt: Die Küche musste früher schließen, weil wir alles, wirklich alles aufgegessen hatten! Am Dienstag – und deswegen sind die Jungs eigentlich gekommen - haben wir Chelsea gegen Barcelona angeschaut. Der Abend endete in meinem Lieblingsclub nach unzähligen Gin Tonics. Das war meine 'härteste' Tour überhaupt: Drei Tage Vollgas. Wirklich harte Arbeit... ;-)
GM / Wohin zieht es Dich in Barcelona, wenn Du selbst einfach die Seele baumeln lassen möchtest?

ALEKS / Wenn ich Ruhe brauche, steigen Nathalie und ich aufs Motorrad und fahren zum Tibidabo oder zum Montjuïc. Das sind die beiden Hausberge von Barcelona. Da ist es ruhig und du denkst, du bist in der fränkischen Schweiz.
Fränkische Schweiz ist schön, aber wir besuchen Aleks und Nathalie dann doch lieber in Barcelona!

LIEBER
BARCELONA!

 
 
Marc Wirtz
 
09.2018