SEBASTIAN SCHRÖDER:
LIVING ON THE RIM

#001 – Sporty

Profisport im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen? Klar: 1. FCN, Sabo Icetigers, SpVgg Greuther Fürth und HC Erlangen. Ein Verein fällt in der Aufzählung allzu oft hinten über. Zu Unrecht.

Die Basketballer des Nürnberg Falcons BC bieten ihrer wachsenden Fangemeinde spannenden Sport und beste Unterhaltung. Während Hallensprecher Dominik Mujkanovic das Publikum mit maximalem Körpereinsatz zur Ekstase treibt, hat sich einer der Shooting Guards in den vergangenen 12 Jahren in die Herzen der Nürnberger Basketballfans gespielt. Sebastian Schröder ist Frontman des Teams. Präsent am Korb, smart und sympathisch im Interview.
GM / Sebastian, wann hast Du das erste Mal Basketball gespielt?

SEBASTIAN / Ich hatte den ersten Kontakt mit Basketball mit 14 oder 15 Jahren. Ein Schulfreund hatte mit seiner Schwester und seinem Vater jede Woche 1,5 Stunden die Halle in unserem Heimatort Heroldsberg.

ANFANGS

Einmal hat er dann in der Klasse gefragt, ob wir nicht Lust hätten mal mit in die Halle zu kommen. Also sind dann so ziemlich alle Jungs aus der Klasse zusammen in die Halle gekommen. Der Vater meines Kumpels, ein alter Basketballer, hat dann ein Basketball Training für uns vorbereitet. Das war tatsächlich die Geburtsstunde der Tuspo Heroldsberg Jugend Basketball Abteilung und meiner Basketball Karriere. Ab diesem Zeitpunkt sind wir jede Woche ins Training. Anfangs bestand die Mannschaft nur aus Schulkameraden, aber bald kamen auch andere Jungs aus dem Ort und sogar aus Nürnberg, um bei uns zu spielen.
GM / Dein Verein, der Nürnberg Falcons BC, trägt seine Heimspiele im BBZ in Nürnberg aus. Mit Blick auf Dein Team, die Stimmung und die Gegner: Warum sollte wirklich jeder Mittelfranke mal eines Eurer Spiele besuchen?

SEBASTIAN / Basketball ist ein sehr schneller und packender Sport. Es wird nie langweilig und man bekommt immer was geboten. Am Anfang mag es für Laien noch etwas chaotisch wirken, aber wenn man sich etwas mit dem Sport befasst kann man ganz leicht in den Bann gezogen werden. Die Verantwortlichen schaffen es auch jedes Jahr eine sympathische Mannschaft zusammen zu stellen, so dass ein Besuch im BBZ garantiert immer Spaß macht.
Es mag vielleicht nicht die schönste Halle der Liga sein, dafür hat sie sehr viel Basketballtradition und das ganze Umfeld ist sehr familiär. Ich kann nur jedem empfehlen uns mal einen Besuch abzustatten und sich von dem Sport mitreißen zu lassen.

SEHR
SCHNELL
UND
PACKEND

GM / Den Begriff 'Profisportler' setzen viele Menschen mit Ruhm, Reichtum und schönen Spielerfrauen gleich. Wie sieht die Realität in Deinem Tagesablauf aus?

SEBASTIAN / Also das mit der schönen Spielerfrau kann ich definitiv bestätigen (A.d.R.: Sebastians Frau Katharina ist umwerfend!). Ansonsten ist das Leben als Basketballprofi in der zweiten Liga wahrscheinlich nicht das, was man sich vorstellt, wenn man an Lebron James denkt. Man hat definitiv ein schönes Leben, alleine schon, weil man gutes Geld mit seiner Leidenschaft verdient.
Die Realität ist aber, dass jeder von uns nach seiner Karriere einem normalen Job nachgehen muss. Klar kann man sich Geld zur Seite legen und man lebt während der aktiven Karriere gut. Jedoch ist das weit davon entfernt, für immer ausgesorgt zu haben. Man bekommt für seine Arbeit beziehungsweise Leistung definitiv Anerkennung. Alleine schon, dass Fans in die Halle kommen, um einem beim Spielen zuzusehen ist für mich Anerkennung. Der 'Ruhm' beschränkt sich sehr stark auf die Basketball-Community. Generell hat man als Profibasketballer ein ganz normales, entspanntes Leben.
GM / Du giltst als DAS Gesicht des Vereins und absoluter Publikumsliebling. Wie drückt sich die Fan-Liebe außerhalb des Platzes aus?

SEBASTIAN / Gelegentlich werde ich mal angesprochen, aber grundsätzlich beschränkt sich das Ganze auf die Halle und die Spiele.

GM / Apropos außerhalb des Platzes: Was treibst Du so in Deiner Freizeit?
SEBASTIAN / In meiner Freizeit versuche ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Frau, meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Ich mag es mit Freunden zum Beispiel zum Grillen zusammen zu sitzen und einfach eine schöne Zeit zu haben. Natürlich dürfen auch schöne Urlaube nicht fehlen. Zudem liebe ich gutes Essen. Egal ob selbst gekocht oder in einem Restaurant.

GM / Gibt es Sportarten neben dem Basketball, die Du Dir gerne live ansiehst?

SEBASTIAN / Ich gehe gerne zum Eishockey und zum Club, wenn es die Zeit erlaubt. Ansonsten mag ich Tennis sehr gerne und versuche da das ein oder andere Spiel von Freunden live anzuschauen.
GM / Du arbeitest ja seit geraumer Zeit auch an der Karriere nach der Karriere. In welche Richtung geht es für Dich nach der Sportlerlaufbahn?

NACH
DEM
SPORT

SEBASTIAN / Mir war ein zweites Standbein immer sehr wichtig. Ich habe während meiner gesamten Karriere nebenher studiert und stehe jetzt kurz vor dem Abschluss meines Masters in Management. Zudem habe ich zwischen den Saisons versucht durch Praktika und Werkstudentenjobs erste Berufserfahrung zu sammeln. Derzeit absolviere ich ein Praktikum bei Adidas. Nach der Karriere will ich definitiv in die Wirtschaft. Ob es am Ende noch was mit Sport zu tun hat kann ich noch nicht sagen, das hängt auch viel von der passenden Situation am. Grundsätzlich bin ich nicht der Typ, der immer alles auf eine Karte setzt. Daher kann ich mir mehrere Richtungen gut vorstellen. Wie gesagt am Ende fließen so viele Faktoren mit ein, dass man schwer von vornherein sagen kann wo man mal landet. Klar habe ich Wunschvorstellungen wo ich gerne mal arbeiten möchte aber ob das am Ende klappt bleibt abzuwarten.
GM / Wir wünschen Dir auf jeden Fall das Beste! Im September startet die neue Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Wir sind dabei! Im BBZ am Berliner Platz. Bei (fast) allen Heimspielen. Und ihr Leser hoffentlich auch!

SLAM
DUNK

 
 
Marc Wirtz
 
06.2018