Fatboy
Brand
Portrait

#001 – Living

Vielen unter uns zaubert der Name 'Fatboy' ein glückseeliges, partynostalgisches Grinsen ins Gesicht. Mit 'Right Here, Right Now' oder 'The Rockafeller Skank' – um nur zwei grandiose Tracks seiner BigBeatmajestät zu nennen – rockte uns Herr Cook alias Slim Ende der 90er ganz heftig durch die Nacht. Praktisch clubweltweit und immer voll auf die Zwölf.
 
Fatboy Slims musikalische Kreativität inspirierte natürlich nicht nur uns – neben Millionen anderen auch den finnischen Innenarchitekten Jukka Setälä, damals um die 30. Nach Abschluss an der Universität für Kunst und Design in Helsinki arbeitete er als freier Möbel- und Lichtdesigner und hatte gerade den Auftrag für die Entwicklung eines Sitzkissens gewonnen, als eine CD des anfangs ausführlich erwähnten Künstlers auf seinem Schreibtisch landete.
Der Name passte ad hoc und derart gut zum Designkonzept, dass Jukka ihn 1998 begeistert als Marke übernahm – das 'Fatboy the Original' Beanbag war geboren. Und der Name wurde ganz offensichtlich zum Programm. Zumindest lassen sich Design, Qualitätsanspruch und Branding des mittlerweile berühmten Kissens bis heute nur schwer übersehen.

DESIGN
STORY

Die Idee hinter dem nahezu unkaputtbaren Möbel ist so einfach wie genial: ein übergroßes Sitzkissen (beanbag), dass sich dank der extrem formbaren Füllung so gut wie überall einsetzen lässt – zuhause, im Büro, in der freien Wildbahn. Zum Loungen, Dösen oder Benächtigen nicht mehr fahrtüchtiger Gäste. Jukka Setälä nahm mittlerweile an vielen Ausstellungen teil und gewann prestigeträchtige Preise wie den ‘Excellent Swedish Design Award' oder 'Best New Furniture in Europe'. Seit 1999 unterrichtet er zudem Möbeldesign an seiner früheren Universität in Helsinki. 
Der Holländer Alex Bergmann erkannte früh das riesige Potential des cleveren Produkts und erwarb 2003 die exklusiven Vertriebsrechte, um die Marke weiter zu entwickeln (geplant) und zu einem nicht mehr wegzudenkenden, sehr erfolgreichen Player in der Designmöbelszene zu machen (eher unerwartet). Dazu haben sich er und sein Team in den letzten Jahren tüchtig und nach wie vor euphorisch ins Zeug gelegt. Das Original Beanbag ist zwar zweifelsfrei noch immer der Producthero und zu einer echten Lifestyle-Ikone geworden. Doch parallel zu vielen Variationen dessen entstand im Hause Fatboy noch eine mannigfaltige Range an Designmöbeln wie Lampen, Teppiche, Tische und Hängematten. Nicht zu vergessen den Lamzac, eine allein für sich schon so geniale wie garantiert lukrative Erfindung.
Fatboy gibt es jetzt in über 60 Ländern und verbreitet sich zügig weiter. Vermutlich, weil von Beginn an alle Produkte einer klaren Philosophie folgen: Raus aus der täglichen Routine – mit einem Grinsen im Gesicht.

WITH
A
SMILE

Prädestiniert als Brand-Mentality-Botschafter ist sicher der Monsterhase mit Codenamen CO9 XXL (wird 'ko-nein' gesprochen und bedeutet damit auf Niederländisch Kaninchen). Meinetwegen und vermutlich ursprünglich als Marketingtool von Florentijn Hofman entwickelt, ist er glücklicherweise zu kaufen und es packt einen bei seinem Anblick sofort die Lust auf spontanes Loungekuscheln. Was angesichts ehrfürchtiger 6,5 Metern und 150 Kilo Eigengewicht auch problemlos für Großgewachse funktioniert. Kleinere, für übliche Raummaße passendere, Geschwister hat das Tierchen zudem. Es gibt ihn noch in XS (1,5 Meter) und als echten Kuschelhasen. Check Video
Apropos tierlieb und was die Wuffdesign-affinen Leser erfreuen wird: Von Fatboy gibt es auch ein Hundkissen namens Doggielounge. In groß und klein, strapazierfähigem Nylon oder schick stonewashed. Die Doggielounge ist wasser- und schmutzabweisend, dennoch eher für innen geeignet. Es gibt sie in schönen Farben und auf Wunsch sogar mit Namensschild. Das (Hundebesitzern) bekannte Problem der Kuhlenbildung bei Langzeitnutzung wurde durch eine jederzeit mögliche Nachfüllung gelöst. Rundum ein feines und praktisches Teil.
Luftsofa? Wer sich darunter ein aufblasbares Sofa in klassischer Form vorstellt, liegt ziemlich daneben. Mit dem Lamzac hat Fatboy ein veritables Loungetool erfunden, das in seinen leuchtenden Farben längst nicht mehr nur die Szenewiesen und -strände schmückt. Leicht, kompakt und bequem zu tragen, entfaltet der Lamzac seine satten 200x90 Zentimeter pumpenlos und innerhalb Sekunden. Man braucht dazu nur ein paar Meter Platz, um den geöffneten Lamzac durch einen Minisprint mit Luft zu füllen. Dann schnell den Verschlussring einrollen, zuklippen und fertig. Check Video
Der erste Selbstversuch im nahe gelegenen Park scheiterte zwar an einem Guerilladackel, dem der merkwürdige Onkel mit seiner noch merkwürdigeren hellblauen Riesenwurst suspekt und zu vertreiben schien – seitdem hat sich das Ding aber auf Grillparties, am See, im Stadtpark und auf Festivals äußerst bewährt. Anfängliche Belustigung wich stets schnell dem Neid der Komfortlosen. Den Lamzac gibt es mittlerweile auch in den Größen L (195x112 cm) und XXXL (218x130 cm). Die Tragetasche ist übrigens am Lamzac befestigt, kann also nur unter sehr mysteriösen Umständen verloren gehen.
Das Thema Outdoor ist ein wichtiges für Fatboy. Selbstredend gibt es das Original Beanbag als wetterfeste Variante, doch die kreative Frischluftmentalität der Holländer geht deutlich weiter. Der Buggle-up Outdoor zum Beispiel dient als bequemes Bodensofa für zwei und lässt sich ganz einfach zu einer Liege umwandeln.

OUT
DOOR
FUN

Die übergroßen Sonnenschirme Parasol schützen vor den stärksten Sonnenstrahlen und sehen umwerfend aus – egal in welchem Design. Die Outdoorteppiche Picnic Lounge und Non-Flying Carpet (fliegt wirklich nicht, sieht aber gut aus) sind komfortabel und ein schickes Accessoir für Balkon, Wiese und Strand. Thierry le Swinger, Bolleke, Party Polonaise, Lampie-on und Edison (vorletztere jetzt auch mit Cappie-on in WM-tauglichen Landesfarben; letzere mit den verrückten Cooper Cappies Lampenschirmen) sind die Namen von ausgefallenen Leuchten, die man einfach gut finden muss. Clever durchdacht, charmant designed, vielfältig einsetzbar.
Unser Lieblingsprodukt für Draußen ist aber sicher Headdemock, die ultra gemütliche und äußerst stabile Hängematte. Das mitgelieferte Gestell (aus nachhaltigen Materialien) lässt sich leicht aufbauen und trägt bis zu 150 Kilo, so locker wie sie auch zu transportieren ist. Als Deluxevariante ist auch gleich ein Kissen und eine Abdeckung inklusive. Die Headdemock ist zwar wetterfest, sie nach jedem Regen erstmal abzutrocknen trotzdem lästig. Abhängen ist also angesagt. Auf Luxusniveau. Check Video
Was uns an Fatboy echt gut gefällt ist, dass die Produkte der Holländer nicht nur cool und robust aussehen sondern dies auch sind und sehr einfach funtktionieren. Sie machen Spaß beim größten Spaß überhaupt: dem Feiern und Chillen mit Freunden. In diesem Sinne: Raus mit euch!

GET
CHILLING

 
 
Chris Weinland
 
06.2018